Rennbremsflüssigkeit Test

10.10.2018 10:13

Hier werden die Fakten der gängisten Rennbremsflüssigkeiten dargestellt.

Der Vergleich findet zwischen folgenden Rennbremsflüssigkeiten statt:

Castrol SRF / Endless RBF650 / Motul RBF600 / ATE Typ 200

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Es gibt 5 Faktoren, welche eine Bremsflüssigkeit unterscheiden:

1. Kompressibilität - Wie komprimierbar ist die Bremsflüssigkeit (Pedalgefühl)

Fluide komprimieren oft mehr bei höheren Temperaturen. Dies bedeutet, dass während die Bremsflüssigkeit ihre Aufgabe erfüllt, sich das Pedal ziemlich schwammig anfühlen lässt. Sie möchten bei jeder Temperatur eine geringe Kompressibilität haben.

2. Nass-Siedepunkt - Temperatur, bei der Bremsflüssigkeit mit Feuchtigkeit kocht.

Der Nasssiedepunkt ist wichtiger als der Trockensiedepunkt, da letzterer oft in einem Labor unter frischer Bremsflüssigkeit und idealen Bedingungen getestet wird. Sie möchten sehen, wie es mit Feuchtigkeit funktioniert, denn mit der Zeit wird ohne Zweifel Feuchtigkeit in Ihre Bremsflüssigkeit gelangen. Sie können sich diese Maßnahme als durchschnittliche Leistungsbewertung Ihrer Bremsflüssigkeit vorstellen.

3. Trocken-Siedepunkt - Temperatur, bei der Bremsflüssigkeit ohne Feuchtigkeit kocht.

Gelegentlich ist bekannt, dass einige Flüssigkeiten ihren Trockensiedepunkt länger als gewöhnlich halten. Dies ist normalerweise auf eine geringere Hygroskopie ihrer Flüssigkeit zurückzuführen.

4. Hygroskopizität - Wie wahrscheinlich / schnell Bremsflüssigkeit Wasser aufnimmt.

Dies bestimmt, wie oft Sie eine Bremsspülung oder einen kompletten Wechsel Ihrer Bremsflüssigkeit durchführen müssen.

5. PH - Wie sauer ist die Bremsflüssigkeit?

Sie wollen etwas möglichst Neutrales, denn Sie möchten nicht, dass Ihre Bremssystemkomponenten durch Korrosion verschleißen. Bestimmte Chemikalien können jedoch den Siedepunkt nass oder trocken erhöhen, auf Kosten eines höheren PH, der das Bremssystem vorzeitig verschleißen kann.

(höhere Wertung ist besser)

Castrol SRF

Während die Castrol SRF Bremsflüssigkeit während der Trackdays gut funktionierte, fühlten sich unsere Pedale später aufgrund der Kompressibilität der Flüssigkeit bei höheren Temperaturen schwammig an. Das Bremspedal kehrt normalerweise nach einigen Stunden Abkühlung wieder in den Normalzustand zurück.

Endless RBF650

Mit Endless haben wir sofort das steife Pedal bemerkt, das uns gefällt. Darum Fahren vermutlich auch Mercedes F1 und Porsche Cup ab Werk diese Flüssigkeit. Endless Flüssigkeit ließ das Bremspedal nach einem Trackday überhaupt nicht schwammig werden.

ATE Typ 200

Die Typ 200 ist besser als normales DOT4, jedoch konnten wir feststellen, dass während dem Trackday die Flüssigkeit sehr schnell zu kochen begonnen hat. Zudem war unter Druck das Pedalgefühl sehr schwammig.

Motul RBF600

Mit Motul RBF600 hatten wir keine Probleme mit siedender Flüssigkeit. Jedoch ist das Pedal eher schwammig, was einen genauen definierten Bremspunkt verhindert.

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Fazit:

Castrol SRF und Endless sind ganz klar die Top Flüssigkeiten auf dem Markt. Darum fahren auch viele Profi-Teams diese Flüssigkeit. Wer ein perfektes Pedalgefühl möchte, der muss ganz klar zu Endless greifen. Die ATE Typ 200 würde wir nur für die Strasse empfehlen, da der Siedepunkt zu tief ist. Die Motul RBF600 ist eine günstige Variante für Trackday-Fahrer, welche nicht auf Zeit fahren.

Hier sind die Produkte zu kaufen:

https://trackparts.ch/Rennbremsfluessigkeiten